Nach der Eröffnung des neues neuen barrierefreien Zugangs zur U-Bahnhaltestelle Berne im Januar steht die Verkehrssituation im Fokus besorgter Bürgerinnen und Bürger, die sich an mich mit einigen Verbesserungsvorschlägen gewandt haben. Als problematisch wird empfunden, dass zwischen dem U-Bahn-Zugang und der Bushaltestelle der Linie 275 im Kriegkamp Fahrgäste die Fahrbahn überqueren, ohne den vorhandenen, aber in dieser Beziehung etwas abgelegenen Fußgängerüberweg zu nutzen.

Vorschläge sind u.a. ein zusätzlicher Fußgängerüberweg vor dem neuen U-Bahn-Zugang oder die Verlegung des vorhandenen dorthin, der Einbau von Fußgängerschutzgeländern oder die Einrichtung einer Tempo-30-Strecke. Befördert wird diese Diskussion durch einen tragischen Verkehrsunfall mit Personenschaden vor einigen Wochen, der aber nach dem, was man hört, auf die Alkoholisierung des unvermittelt auf die Fahrbahn tretenden Fußgängers zurückzuführen ist.

Hier meine Überlegungen zur Verkehrssituation im Kriegkamp:

Fußgängerüberweg: Ein zweiter Fußgängerüberweg ist schon wegen der Nähe zum vorhandenen problematisch, unabhängig davon war bereits früher zu beobachten, dass viele Fußgänger schon den ersten nicht nutzen, sondern bereits vorher quer über den Kriegkamp gehen – was zwar nicht in Ordnung, aufgrund der mäßigen Verkehrsbelastung aber meistens gefahrlos möglich ist. Eine Verlegung des vorhandenen Fußgängerüberwegs kommt nicht in Frage, weil er am derzeitigen Standort weiterhin gebraucht wird und zwar wenigstens für Fußgänger, die den Marktplatz und Umgebung zum Ziel haben. Sie würden anderenfalls immer noch an alter Stelle, dann aber quasi wild, den Kriegkamp überqueren.

Einrichtung einer Tempo-30-Strecke: Tempo 30 hilft nicht weiter, weil hier ohnehin kaum schnell gefahren wird, wenn Fußgänger zugegen sind. Es würde aber möglicherweise dazu führen, dass der vorhandene Fußgängerüberweg noch mehr als bisher von Fußgängern „links liegen“ gelassen wird.

Fußgängerschutzgeländer: Auch dies ist bei genauerer Betrachtung schwierig umzusetzen, denn man müsste das Geländer, um die Fußgänger zur Nutzung des vorhandenen Fußgängerüberwegs anzuhalten, sehr lang machen und vor allem ohne Öffnungen. Denn anderenfalls würden diese Öffnungen dann auch wieder von Fußgängern genutzt. Gerade die Öffnungen sind aber notwendig, damit Radfahrer, die im Kriegkamp nur auf der Fahrbahn fahren dürfen, zu den Fahrradabstellplätzen gelangen können. Sobald die Fahrradabstellplätze am neuen U-Bahn-Zugang errichtet wurden, würde ein Fußgängerschutzgeländer zudem den Fußweg einschränken – beengte Verhältnisse wie am alten Fahrradunterstand wären dann die Folge. Insgesamt dann auch keine gute Lösung.

Zusammengefasst: Eine einfache Lösung liegt nicht auf der Hand. Das beste wäre, wenn alle Fußgänger auch tatsächlich den ihnen zugedachten Fußgängerüberweg nutzen würden. Wichtig ist aber, und davon dürfen wir ausgehen, dass die Polizei weiterhin ein Auge auf die Gesamtsituation hat und bei neuen Erkenntnissen mit geeigneten Maßnahmen reagiert.