Das Einkaufszentrum Spitzbergenweg in Meiendorf soll neu gebaut werden. Ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren läuft derzeit. Das Rahlstedter Wochenblatt (http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/lokales/supermarkt-am-spitzbergenweg-macht-dicht-d30118.html) berichtete kürzlich über die aufgekommene Sorge im Stadtteil und eine entsprechende Diskussion in der Stadtteilkonferenz Meiendorf, dass während der Bauphase der Supermarkt angeblich ersatzlos geschlossen werden solle und damit die Nahversorgung eingeschränkt würde. Angeblich sei auch schon allen Mitarbeiten von EDEKA gekündigt worden. Ich habe mich hierzu umgehört und will meinen Teil zur Aufklärung und auch zur Versachlichung beigetragen.

An dieser Stelle muss zunächst einmal festgehalten werden, dass es gerade das Ziel ist, mit dem geplanten Neubau des Einkaufszentrums den Nahversorgungsstandort Spitzbergenweg zukunftsfähig zu machen und so dauerhaft zu erhalten. Das heutige Einkaufszentrum präsentiert sich trist und hat mit Leerstand zu kämpfen, gleichwohl die dort ansässigen Ladeninhaber um den Standort sehr bemüht sind und gute Arbeit machen. Sie sollen auch im neuen Einkaufszentrum eine Zukunft haben.

Es ist nur zu begrüßen, dass sich das Hauptaugenmerk der Supermarktplaner auf den bewährten Standort Spitzbergenweg richtet. Das ist nicht selbstverständlich, denn vor noch nicht allzu langer Zeit gab es auch Bestrebungen, einen weiteren Vollsortimenter-Supermarkt im Hellmesbergerweg (ehemaliger Praktiker-Baumarkt) anzusiedeln. Die Sorge war jedoch groß, dass das Nahversorgungszentrum Spitzbergenweg so noch mehr seine ökonomische Basis verlieren, Meiendorf dauerhaft keine zwei Vollsortimenter tragen und über kurz oder lang der alte Supermarkt im Spitzbergenweg keine Zukunft haben könnte. Und ohne den Supermarkt als Frequenzbringer wäre dann ein weiterer Niedergang des Einkaufszentrum Spitzbergenweg zu befürchten gewesen. Aus dem Vorhaben Hellmesbergerweg wurde bekanntlich nichts. Zu Recht.

Nun also soll das Einkaufszentrum Spitzbergenweg einschließlich EDEKA-Markt und weiterer Geschäfte am alten Standort komplett neu gebaut werden und in den neuen Obergeschossen rund 120 Wohnungen entstehen. Das ist eine gute Entscheidung für Meiendorf. Die überarbeiteten Pläne stießen Anfang des Jahres auch auf großen Zuspruch. Mehr dazu hier: https://www.buschhueter.de/einkaufszentrum-spitzbergenweg-ueberarbeitete-plaene-werden-vorgestellt/. Meiendorf hat damit die große Chance, dass am zentral gelegenen Spitzbergenweg ein neues, zeitgemäßes und attraktives Einkaufszentrum entsteht, dass den Nahversorgungsbedarf der Meiendorferinnen und Meiendorfer auch in Zukunft auf lange Zeit deckt.

Nun ist kaum vorstellbar, wie der alte EDEKA-Markt und die übrigen Geschäfte uneingeschränkt in Betrieb bleiben sollen, während an gleicher Stelle ein neues Einkaufszentrum gebaut wird. Gleichwohl bleibt die berechtigte Sorge, wie die Nahversorgung, die von dem im Spitzbergenweg verbleibenden Discounter-Markt und den übrigen Geschäften in der Umgebung nur eingeschränkt übernommen werden kann, während der Bauzeit erfolgen soll. Ich habe hierzu Kontakt zu dem Projektentwickler für das neue Einkaufszentrum aufgenommen. Dieser schrieb mir Ende letzter Woche:

„mit Erstaunen haben wir den Artikel zur Kenntnis genommen. Wir betonen, dass Aussagen zu etwaigen Schließungen etc. nicht aus unserem Hause stammen und hier auch nicht bekannt sind. Weder die EDEKA Zentrale, noch der Kaufmann Jacobus hat nach telefonischer Rücksprache bestätigt, solche Aussagen getroffen zu haben.

Fakt ist, dass wir nach Möglichkeit allen Betreibern – also auch der EDEKA – die Möglichkeit für eine Interimslösung anbieten wollen. Bei den Kleingewerbetreibenden ist bereits die Containerlösung gefunden und sogar die benötigen Größen für solche Container geklärt. Für den EDEKA stehen diese Fragen noch offen, wir erwarten hierzu allerdings auch in Kürze entsprechende Informationen der EDEKA Zentrale wie eine Interimslösung gestaltet werden kann. Grundsätzlich sind „Zeltverkäufe“ mit eingeschränktem Sortiment für die EDEKA als Konzern nichts Unbekanntes oder Unübliches. Sobald wir hier nähere Informationen haben, geben wir diese gern zur Kenntnis. Der genaue Standort auf dem Gelände und die genaue technische Klärung sind daher ebenfalls noch ausstehend.

Das Ermöglichen eines Wochenmarktes mit externen Lieferanten und Anbietern hängt natürlich maßgeblich mit dem Lösungsansatz der EDEKA zusammen: Sortimente, die durch Externe angeboten werden können, wären hier abzustimmen bzw. daran auszurichten, welche Sortimente EDEKA in einer Interimslösung nicht zu führen in der Lage ist.“

Daraus schließe ich: Allen Beteiligten ist das Problem der Nahversorgung während der Bauzeit bewusst. Erste Lösungen wurden bereits entwickelt, weitere sind in Planung – auch unter Beteiligung von EDEKA Meiendorf. Von anderen Bauvorhaben ist das auch nichts Unbekanntes. Nicht hilfreich ist es, mit Spekulationen Unruhe zu stiften, Kunden wie Mitarbeiter zu verunsichern und damit auch ein wenig zu riskieren, dass am Ende doch alles so bleibt wie es ist. Denn das wäre für Meiendorf ganz sicher die schlechteste Lösung.

Völlig ohne Einschränkungen während der Bauzeit wird es wohl dennoch nicht gehen, aber dafür wird es anschließend einen neuen Supermarkt mit weiteren Läden drumherum geben und der Standort Spitzbergenweg als Nahversorgungszentrum überhaupt erhalten bleiben. Und das ist doch die positive Nachricht.