Seit November 2020 laufen die Arbeiten für den Bau der neuen S-Bahn-Linie S4 nach Bad Oldesloe. Ende 2025 soll ihre Teilinbetriebnahme bis Rahlstedt erfolgen. In Kürze werden dafür die notwendigen S-Bahn-Fahrzeuge bestellt. Auch Einzelheiten des zukünftigen S4-Fahrplans stehen fest: Bis Rahlstedt wird die S4 in den Haupt- und Nebenverkehrszeiten stets im 10-Minuten-Takt fahren. Nur in den Tagesrandlagen ist ein 20-Minuten-Takt geplant. Auch in Wochenendnächten soll die S4 bis Rahlstedt im 20-Minuten-Takt fahren. Dies erfuhr der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat.

Die S4 wird auf Hamburger Stadtgebiet sowohl in den Haupt- als auch in den Nebenverkehrszeiten täglich im 10-Minuten-Takt unterwegs sein. in den Tagesrandlagen ist bis Rahlstedt ein 20-Minuten-Takt vorgesehen. Wochentags wird der 10-Minuten-Takt darüber hinaus in den Hauptverkehrszeiten von 6 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr bis Ahrensburg erweitert. Zwischen Ahrensburg und Bargteheide fährt die S4 dreimal, zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe einmal in der Stunde.

Wie die anderen Hamburger U- und S-Bahn-Linien auch wird die S4 in Wochenendnächten durchfahren: Bis Rahlstedt im 20-Minuten-Takt, bis Bad Oldesloe im 60-Minuten-Takt. Bislang gibt es in Wochenendnächten nur ein zusätzliches Zugpaar auf der Linie RB81 (Hamburg Hbf Abfahrt 2:55 Uhr bzw. Ankunft 3:17 Uhr), ein weiteres nächtliches Zugpaar fährt zudem täglich (Hamburg Hbf Abfahrt 0:55 Uhr bzw. Ankunft 1:10 Uhr (als RE80, hält nur in Bad Oldesloe, Ahrensburg, Rahlstedt)).

Der aktuelle Planungsstand für das S4-Taktangebot sieht wie folgt aus (Quelle: Bürgerschafts-Drucksache 22/3489):

Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Im Vergleich zu früheren Planungen wurde der vorgesehene S4-Fahrplan noch vor Betriebsaufnahme deutlich ausgeweitet, so dass nicht nur im Berufsverkehr, sondern auf Hamburger Stadtgebiet den ganzen Tag über im 10-Minuten-Takt gefahren wird. Damit fügt sich die S4 nahtlos in unser Konzept des Hamburg-Takts ein. Die Fahrgäste erhalten ein dichtes, gut erreichbares und hervorragend getaktetes Nahverkehrsangebot. In der letzten Woche kündigte der Senat an, dass aufgrund gestiegener Fahrgastprognosen außerdem 20 Prozent mehr Fahrzeuge als bislang geplant bestellt werden sollen. Die Mobilitätswende bekommt durch diese Planungen ordentlich Rückenwind, da die S4 mit ihrer dichten Taktung im Vergleich zur heutigen, störungsanfälligen und selten fahrenden RB81 für viele Pendlerinnen und Pendler attraktiv wird. Die S4 wird bis zu 250.000 Menschen in Wandsbek, Marienthal, Tonndorf und Rahlstedt sowie im Kreis Stormarn an das Hamburger Schnellbahnnetz anschließen und damit auch das Umland dichter an die Metropole heranführen. Ich bin mir sicher, dass der durchgängige 10-Minuten-Takt bis Ahrensburg, zu dem sich Schleswig-Holstein bislang nicht entschließen kann, über kurz oder lang ebenfalls kommen wird. In den nächsten Jahren wird es nun darauf ankommen, die begonnenen Bauarbeiten für die S4 termingerecht ins Ziel zu bringen.“

Hintergrund

Für den Betrieb der S4 werden insgesamt 35 S-Bahn-Fahrzeuge beschafft – sechs mehr als noch vor einigen Jahren vorgesehen. Damit trägt der Senat neuen Fahrgast-Prognosen Rechnung: Mit der Inbetriebnahme der S4 nach Bad Oldesloe werden sich die Fahrgastzahlen voraussichtlich auf der bislang von der Regionalbahn-Linie RB81 befahrenen Strecke weit mehr als verdoppeln. Für die gesamte neue S-Bahn-Linie S4 (Hamburg-Altona – Jungfernstieg – Hamburg Hbf – Bad Oldesloe) werden für das Jahr 2030 werktäglich 97.100 Linienbeförderungsfälle prognostiziert. Mit der RB81, die derzeit zwischen Hauptbahnhof und Bad Oldesloe pendelt und die von der S4 abgelöst werden soll, fuhren 2018 hingegen nur 24.500 Fahrgäste.

Schriftliche Kleine Anfrage “Fahrplan der zukünftigen S-Bahn-Linie S4” und Antwort des Senats vom 121. März 2021 (Drucksache 22/3489): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/74780/fahrplan_der_zukuenftigen_s_bahn_linie_s4.pdf