Bildunterschrift: Senator Dr. Andreas Dressel, Eva-Maria Greve, Aydan Özoguz MdB, Marlies Riebe und Niels Keilhack bei der Einweihung der neuen Straße „Irma-Keilhack-Ring“

Eine der wenigen Frauen im 1. Deutschen Bundestag kam 1949 aus dem Wahlkreis Wandsbek. Eine neue Straße in Meiendorf erinnert nun an sie, Irma Keilhack. Rechtzeitig vor Bezug der ersten Wohnungen im Neubaugebiet am Schierenberg am 1. Juli 2018 wurde am Vortag im Rahmen einer kleinen Feier die neue dortige Erschließungsstraße Irma-Keilhack-Ring eingeweiht. Wer war Irma Keilhack?

Offiziell hatte der Senat bereits am 11. Mai 2017 beschlossen, die neue Straße im Wohnquartier am Schierenberg nach der ersten Wandsbeker Bundestagsabgeordneten und späteren Jugendsenatorin Irma-Keilhack-Ring zu benennen (Amtlicher Anzeiger vom 23. Mai 2017, Seiten 797, 798). Er folgte damit einer einstimmig beschlossenen Empfehlung des Regionalausschusses Rahlstedt vom 18. Januar 2017 auf Antrag von SPD und Grünen (BV-Drs. 20-3707).

Im Rahmen der feierlichen Einweihung, zu der die Vorsitzende des Regionalausschusses Rahlstedt, Marlies Riebe, eingeladen hatte, sprachen Eva-Maria Greve, in Vertretung der Bauherrin Prof. Dr. h. c. Hannelore Greve, und Aydan Özoguz, als Wandsbeker Bundestagsabgeordnete eine der Nachfolgerinnen Irma Keilhacks. Außerdem nahmen der Sonn Niels Keilhack, Finanz- und Bezirkssenator Dr. Andreas Dressel sowie zahlreiche Mitglieder der Hamburgischen Bürgerschaft, der Bezirksversammlung Wandsbek und des Regionalausschusses Rahlstedt an der Feier teil. Aydan Özoguz betonte Irma Keilhacks Rolle als eine der wenigen Frauen im 1. Deutschen Bundestag 1949. In der Kreisdelegiertenversammlung der Wandsbeker Sozialdemokraten zur Nominierung eines Bundestagskandidaten war sie zunächst noch einem männlichen Gegenkandidaten unterlegen, am Ende machte aber doch sie das Rennen und wurde schließlich in den Bundestag gewählt.

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Wer war Irma Keilhack?

Irma Keilhack

Irma Keilhack

Irma Keilhack wurde 1908 in Hamburg geboren und war nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die erste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek und damit eine der wenigen Frauen im 1. Deutschen Bundestag, dem 1949 nur 28 Frauen angehörten (von 410 Abgeordneten insgesamt, Frauenanteil 6,8%). Sie war bis 1962 Mitglied des Bundestages. Von 1961 bis 1970 war sie Mitglied des Senats und Präses der Jugendbehörde und bis 1966 daneben auch der Behörde für Ernährung und Landwirtschaft. Von 1966 bis 1974 gehörte sie der Hamburgischen Bürgerschaft an. Im Anschluss leitete sie die Hamburger Verbraucherzentrale. Sie wohnte zunächst in Berne, später in Rahlstedt, wo sie sich bis zuletzt engagierte, und starb 2001.

 

Irma Keilhack

Irma Keilhack

Die neue Straße liegt im damaligen Wahlkreis von Irma Keilhack, zwischen ihren Wohnorten Berne und später Rahlstedt. In der Straße soll zudem eine neue Kita entstehen, was zu ihrer späteren Tätigkeit alsJugendsenatorin passt. Mit der Benennung nach Frau Keilhack wird an eine „Abgeordnete der ersten Stunde“ erinnert, die den Wiederaufbau Deutschlands und Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg politisch verantwortlich mitgestaltete. Damit entspricht die Benennung den Auswahlgrundsätzen der „Bestimmungen über die Benennung von Verkehrsflächen“: Benennungen sollen danach u.a. zur Pflege des staatsbürgerlichen Bewusstseins beitragen und der republikanischen Tradition Hamburgs entsprechen. Bei Benennungsvorschlägen sind u.a. Persönlichkeiten der Orts- und Stadtgeschichte zu berücksichtigen.

In Hamburg sollen mehr Straßen nach Frauen benannt werden

Bei Neubenennungen hat der Senat die Bezirke gebeten (BV-Drs. 19/2332), verstärkt Frauennamen vorzuschlagen. Dies entspricht auch der Beschlusslage der Bezirksversammlung Wandsbek (BV-Drs. 19/1651). Der Bitte des Senats war eine Liste mit möglichen Namensvorschlägen beigefügt, die von der Landeszentrale für politische Bildung entworfen und vom Staatsarchiv geprüft und überarbeitet wurde. Irma Keilhack ist einer dieser Namensvorschläge des Senats.

Die neue Straße, mit deren Bau 2017 begonnen wurde, liegt im Gebiet des neuen Bebauungsplans Rahlstedt 129 vom 21. Juni 2016. Hier entsteht bis Anfang 2019 ein neues Wohnquartier mit insgesamt 153 Wohnungen im Geschosswohnungsbau, eine Kindertagesstätte und zusätzlich gewerblich nutzbare Flächen. Die etwa 265 Meter lange neue Erschließungsstraße verläuft u-förmig (südlich) der bestehenden Straße Schierenberg, westlich des Knotenpunktes Schierenberg/Saseler Straße. Die ersten fertiggestellten Wohnungen werden am 1. Juli 2018 bezogen. Anfang nächsten Jahres soll das Bauvorhaben endgültig fertiggestellt sein.

Weitere Informationen über Frau Keilhack:
https://de.wikipedia.org/wiki/Irma_Keilhack
http://www.hamburg.de/clp/frauenbiografien-suche/clp1/hamburgde/onepage.php?BIOID=3387&qN=Keilhack

Weitere Informationen über das Bauvorhaben Schierenberg 80-94 im Beitrag „Bauarbeiten für 153 neue Wohnungen am Schierenberg haben begonnen“ vom 24. April 2017:
http://www.buschhueter.de/bauarbeiten-fuer-153-neue-wohnungen-am-schierenberg-haben-begonnen/

Weitere Informationen des Vermieters der 153 Wohnungen: http://wohnquartier-am-schierenberg.de