Verzögert wurde der lang geplante Neubau des Feuerwehrhauses für die Freiwillige Feuerwehr (FF) Oldenfelde-Siedlung durch Nachbarklagen gegen die Baugenehmigung – erst die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Hamburg brachte kürzlich grünes Licht für den Bau. Am vergangenen Donnerstag wurde nun das Bauschild aufgestellt, in Kürze beginnen die Abriss- und Bauarbeiten. Das neue Feuerwehrhaus wird dann voraussichtlich im Frühjahr 2015 bezogen werden können.

Alles war da: Der Plan, die breite politische Zustimmung, die Baugenehmigung und im letzten Jahr dann auch das Geld für das neue Feuerwehrhaus der FF Oldenfelde-Siedlung in der Bekassinenau. Doch durch Nachbarwidersprüche gegen die bereits im Dezember 2012 erteilte Baugenehmigung und die nachfolgenden juristischen Auseinandersetzungen vor dem Verwaltungsgericht und zuletzt vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg (OVG) verzögerte sich der Baubeginn am Ende um weit über ein Jahr. Jetzt können die Feuerwehrleute aufatmen: Das OVG hat die Beschwerde eines Nachbarn gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts zurückgewiesen.

Damit kann nun in Kürze mit dem Abriss des 57 Jahre alten Feuerwehrhauses der 1930 gegründeten FF Oldenfelde-Siedlung in der Bekassinenau 32 begonnen werden. Das Haus ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den Anforderungen an ein modernes und zweckmäßiges Feuerwehrhaus. Das derzeitige Feuerwehrhaus verfügt nur über eine Remise („Einspänner“), in der die Fahrzeuge hintereinander abgestellt werden müssen. „Damit wird das Haus hinsichtlich der Größe der Abstell- und Abstandsflächen für die Einsatzfahrzeuge nicht mehr den heutigen Anforderungen gerecht. Außerdem sind die Sozialräume zu klein, die Toilettensituation für Frauen und Mädchen ungeeignet. Die Schutzkleidung muss bislang in der Remise vorgehalten werden“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Der Neubau wird diese Probleme beheben, denn das neue Feuerwehrhaus soll zweigeschossig sein und eine rund 174 qm große Fahrzeughalle aufweisen, in der die zwei Löschfahrzeuge nebeneinander abgestellt werden können. Der neue Schulungsraum soll deutlich größer sein als der alte, außerdem soll es erstmals einen separaten Raum für die Einsatzkleidung und getrennte WCs geben.

Auf Initiative der SPD-Fraktion hatte die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 11. April 2013 einstimmig beschlossen, aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ 4,5 Mio. Euro für die Freiwilligen Feuerwehren bereitzustellen, um eine zukunfts- und funktionsgerechte Sanierung von maroden Feuerwehrhäusern sicherzustellen. Auf Vorschlag der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg wird mit diesen Mitteln nun unter anderem der voraussichtlich 1,6 Mio. Euro teure Abriss und Neubau des Feuerwehrhauses der FF Oldenfelde-Siedlung ermöglicht.

„Mit den zusätzlichen Mitteln für die Freiwillige Feuerwehr wird der Sanierungstau bei Feuerwehrhäusern abgebaut. Ich freue mich, dass der so lange geplante Neubau des Feuerwehrhauses jetzt endlich losgeht. Eine starke Freiwillige Feuerwehr braucht eine gute Infrastruktur. Es ist mir weiterhin unverständlich, wie man ehrenamtlichen Helfern in der Not derart Steine in den Weg legen und ein so wichtiges Bauprojekt verzögern kann“, so Buschhüter.

Übrigens: Auch während der Bauphase bleibt die FF Oldenfelde-Siedlung im Dienst und einsatzbereit, denn eine temporäre Unterbringung konnte ermöglicht werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg tragen einen erheblichen Anteil zur Sicherheit in unserer Stadt bei. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei der Brandbekämpfung, der Rettungsdienst im Bereich der Erstversorgung, die Wasserrettung und die technische Hilfeleistung. Daneben erfüllen die Wehren der Freiwilligen Feuerwehr im Bereich der Jugend- und Gemeinwesensarbeit einen unverzichtbaren Dienst für die Gemeinschaft. Sie sind aus dem sozialen Gefüge unserer Stadtteile nicht wegzudenken. Vom Osterfeuer über den Laternenumzug bis zu Stadtteilfesten – überall tragen die Freiwilligen Feuerwehren in herausragender Weise Verantwortung für ein solidarisches Hamburg.