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Die Landesregierung Schleswig-Holsteins bereitet offenbar Einschnitte im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vor. Landesweit jeder zehnte Zug könnte nach Medienberichten in den kommenden Jahren wegfallen. Auch S-Bahnen im Hamburger Umland wären wohl betroffen. Dazu sagen Martin Habersaat, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für die Metropolregion Hamburg, und Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg:

Martin Habersaat, MdL: „Offenbar prüft die Landesregierung auch die Ausdünnung von Angeboten im schleswig-holsteinischen Teil des S-Bahn-Netzes. Erst vor Kurzem wurden die Angebote auf den Linien nach Pinneberg (S3) und Aumühle (S2) verbessert. Knapp 3.000 Unterschriften waren in Reinbek und Umgebung zusammengekommen, um für eine Ausweitung des 10-Minuten-Taktes und zusätzliche Nachtfahrten zu werden. Ich hoffe sehr, dass die Liebe nicht so schnell erkaltet ist, nachdem die CDU noch pünktlich zur Landtagswahl plakatierte, ‚Alle 10 Minuten verliebt sich eine S-Bahn in Reinbek‘. Wir brauchen schnell Klarheit, in welchem Ausmaß CDU und Grüne das Angebot an welchen Stellen eindampfen wollen. Leider gilt: Ohne Erhalt des Erreichten wird es wohl nicht gelingen, das von CDU und Grünen ausgerufene Ziel eines klimaneutralen Industrielands Schleswig-Holstein bis 2040 zu erreichen.“

Ole Thorben Buschhüter, MdHB: „In der Hansestadt arbeiten wir am Hamburg-Takt: Bis 2030 wollen wir erreichen, dass alle Bürgerinnen und Bürger in der ganzen Stadt von morgens bis in die Abendstunden innerhalb von fünf Minuten ein öffentliches Nahverkehrsangebot erreichen können. Dafür bauen wir das Angebot mit Bahnen und Bussen Schritt für Schritt weiter aus. Dass das schwarz-grün regierte Schleswig-Holstein jetzt den genau gegenteiligen Weg einschlagen will, konterkariert die Ziele der Mobilitätswende und schadet den Pendlerinnen und Pendlern. Mehr Mittel vom Bund sind immer wünschenswert, aber für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs sind die Länder auch ohne zusätzliche Regionalisierungsmittel zuständig und verantwortlich. Wir wünschen uns für die Mobilitätswende in der Metropolregion einen verlässlichen Partner auch nördlich der Stadtgrenze. Es ist im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in der Metropolregion, dass wir gemeinsam an einem Ausbau von klimafreundlicher Mobilität arbeiten. Wer das Angebot jetzt zusammenstreicht, verkennt die Zeichen der Zeit.“