Aufmerksame Beobachter haben es schon bemerkt: Es tut sich wieder etwas in Hohenhorst – der lange geplante Ersatzneubau für den Jugendgruppe Grunewaldstraße steht baulich in den Startlöchern, denn ein neu aufgestellter Bauzaun signalisiert: das baufällige und zwischenzeitlich ausgebrannte Gebäude des früheren Mini-Get-tos soll in Kürze abgerissen werden. Danach kann dort die Bausstelle für den Ersatzneubau eingerichtet und mit den Bauarbeiten für das neue Jugendzentrum begonnen werden.

Bereits im Jahre 2014 hatte die Hamburgische Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, 150.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 für die Unterstützung und finale Ausfinanzierung des Ersatzbaus für den Jugendclub Get-to Hohenhorst in der Trägerschaft der Quadriga gGmbH zur Verfügung zu stellen. Zuvor hatten schon der Jugendhilfeausschuss Wandsbek 310.000 Euro für die Maßnahme bewilligt; weitere Mittel in Höhe von 250.000 Euro kommen aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). Bevor das Vorhaben nun in Kürze durchstarten kann, musste die verwaltungsinterne Grundstücksübertragung erfolgen und der notwendige Zuwendungsbescheid durch das Bezirksamt Wandsbek erstellt werden. Noch geschlossen werden muss ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Bauherrin Quadriga und der Stadt. Dieser Vertragsabschluss steht jedoch unmittelbar bevor, so dass dann alle Voraussetzungen geschaffen wurden, um mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Das wurde auch dringend nötig, denn das Get-to war über 30 Jahre in einer zunehmend baufälligen ehemaligen Garagenanlage in der Potsdamer Straße 14a untergebracht. Eine Sanierung des zudem asbestbelasteten Gebäudes war aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht mehr möglich. Bereits Ende 2012 musste das Gebäude aus Sicherheitsgründen geräumt und anschließend abgerissen werden. Die Jugendeinrichtung ist daraufhin provisorisch in den Räumen eines ehemaligen Mietertreffs in der Grunewaldstraße 78a untergekommen. Nun wird der Ersatzbau auch im Hinblick auf die konzeptionelle Neuausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit direkt angrenzend an die Schule Potsdamer Straße errichtet, am Standort des früheren Mini-Get-tos in der Schöneberger Straße 52. „Der neue Standort ist ideal: Er ermöglicht gemeinsame und neue Angebote mit der benachbarten Grundschule, mit der auch bereits eine Kooperation besteht“, freut sich der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Die Quadriga beschreibt die Einrichtung auf ihrer Homepage folgendermaßen: „Die Jugendgruppe Grunewaldstraße ist eine Einrichtung der offenen Kinder-und Jugendarbeit, die seit mittlerweile dreißig Jahren im Stadtteil Hohenhorst verwurzelt ist. Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene im Alter von sechs bis 27 Jahren können innerhalb der Öffnungszeiten zu uns kommen, und hier ihre Freizeit verbringen. Neben Spielen und gemeinsamen Aktivitäten wie Kochen, Lagerfeuer, Musik machen, Computerwerkstatt, Fußballkicker und Bogenschießen wollen wir auch Anlaufstelle für Probleme im Alltag der Kinder und Jugendlichen sein- diesen begegnen wir in vertrauter Atmosphäre. Unsere Arbeit ist lebensweltorientiert und niedrigschwellig. Ideen und Vorhaben der Kinder und Jugendlichen nehmen wir gern auf und leisten nach Möglichkeit Hilfe bei der Durchführung. Impulse und Anregungen zur Freizeitgestaltung bringen wir immer wieder ins Geschehen ein. Wir wollen Möglichkeiten schaffen, in Eigenregie Erfahrungen zu sammeln, Erfolgserlebnisse zu haben und somit wichtige soziale Kompetenzen zu erwerben. Wir betrachten unsere Einrichtung als geschützten Übungsraum für das Kommunizieren und Handeln, sowie für ein gelingendes, selbstbestimmtes Leben im Erwachsenenalter“.