Das Bundesverkehrsministerium hat heute bekannt gegeben, dass das Maßnahmenpaket „Knoten Hamburg“ in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen wird. Dabei soll vor allem die neue Strecke der S4 im Osten vom Hauptbahnhof bis Bad Oldesloe kofinanziert werden. So sollen bis 2027 rund 250.000 Menschen an das Hamburger S-Bahn-Netz angeschlossen werden.
Zusätzlich soll auch im Westen von Altona bis Elmshorn ein Streckenabschnitt der S4 entstehen und ein neuer Bahnsteig am Hauptbahnhof mit Bundesmitteln gefördert werden. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit des Schienenknotens Hamburg steigern.
Dazu Ole Thorben Buschhüter, Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Abgeordneter der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Mit dem Aufstieg des S4-Projekts in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans bekennt sich der Bund zu seiner Finanzierungsverantwortung. Das bedeutet, dass er einen wesentlichen Teil zur Finanzierung beitragen wird. Die S4 wird vielen tausend Pendlerinnen und Pendlern zugutekommen und auch den Hauptbahnhof entlasten. Hamburg hat hart und intensiv gearbeitet, um die S4 durchzusetzen. Jetzt macht es sich bezahlt, dass Hamburg und Schleswig-Holstein dabei stets an einem Strang gezogen haben – auch als die Finanzierungsperspektive noch unklar war. Die Länder haben gegenüber dem Bund sehr deutlich gemacht, dass der Norden und insbesondere Hamburg als Verkehrsknotenpunkt die S4 brauchen. Mit der gesicherten Finanzierungsperspektive kann die Bahn jetzt die finalen Planungsschritte angehen und den Baubeginn für 2020 anpeilen. Die vielen weiteren Hamburger Verkehrsprojekte wie der zusätzliche Bahnsteig für den Hauptbahnhof werden die Verkehrssituation in der Hansestadt zusätzlich verbessern.“

Hintergrund

Das Maßnahmenpaket “Knoten Hamburg” im Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht vor,
  • die S4 Hamburg-Hasselbrook – Ahrensburg auszubauen,
  • einen zusätzlichen Bahnsteig im Hauptbahnhof an Gleis 9 zu errichten,
  • eine Abstellanlage Wandsbek zu fördern,
  • zwischen dem Ankelmannsplatz und Rothenburgsort die Eingleisigkeit zu verkürzen,
  • eine Verbindungskurve Harburg zu schaffen,
  • ein Kreuzungsbauwerk Wilhelmsburg zu schaffen,
  • ein Überwerfungsbauwerk Meckelfeld zu schaffen,
  • einen weiteren Bahnsteig in Elmshorn zu errichten,
  • den Bau der S4 West Altona-Nord zu unterstützen.

Über das Projekt S4

Die Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um die Hansestadt. Zwischen 2000 und 2010 hat die Anzahl der Reisenden auf diesem Abschnitt um 50 Prozent zugenommen. Um viele Bereiche im Osten der Stadt und das nordöstliche Umland besser anzubinden, soll die S4 gebaut werden – für zuverlässigere Verbindungen, weniger Umstiege und mehr Komfort. Auch der Hamburger Hauptbahnhof als bisheriges „Nadelöhr“ wird entlastet und der S-Bahnverkehr in die Innenstadt noch weiter verstärkt.

Das Projekt S4 beinhaltet den Bau einer zweigleisigen S-Bahn-Strecke von Hasselbrook bis Ahrensburg und den Bau einer eingleisigen S-Bahn-Strecke von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Zwischen Hamburg-Altona und Hasselbrook soll sie die bereits vorhandenen S-Bahn-Gleise (S1/S11) mitnutzen, zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bad Oldesloe die bereits vorhandenen Fernbahngleise. Die S4 soll dann zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt fahren, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im Stundentakt. Für die S4 sollen zudem zusätzliche Haltestellen errichtet werden, in Hamburg sind das Wandsbek Rathaus, Bovestraße, Holstenhofweg und Pulverhof. Die RB81 würde durch die S4 ersetzt werden. So ergibt sich eine bessere Ausnutzung der beschränkten Kapazitäten des Hamburger Hauptbahnhofs, dessen Fern- und Regionalbahnteil überlastet ist, während die S-Bahn-Gleise noch zwei weitere Linien, eine davon die S4, aufnehmen können. 2020 soll mit dem Bau begonnen werden, 2024 eine Teilinbetriebnahme bis Rahlstedt erfolgen. 2027 soll das Gesamtprojekt bis Bad Oldesloe fertiggestellt sein.

Die Deutsche Bahn stellt auf ihrer Website www.s-bahn-4.de weitere umfangreiche Informationen zum Projekt S4 zur Verfügung. Außerdem kann dort ein Newsletter abonniert werden, so dass man keine Neuigkeiten mehr verpasst: https://www.s-bahn-4.de/de/news-service/newsletter.html. Tipp: In einem Film wird das Projekt S4 und sein Nutzen für Hamburg und Schleswig-Holstein in 100 Sekunden anschaulich erklärt. Anklicken und anschauen: