Es geht voran mit der Planung für die neue S-Bahn-Linie S4 nach Bad Oldesloe: Die Vermessung vor Ort ist weitestgehend beendet, die Baugrunderkundungen (Boden und Grundwasser) entlang der Strecke finden seit September sichtbar statt und werden noch bis voraussichtlich Juni 2015 andauern. Darüber hinaus arbeiten Fachbüros derzeit an Gutachten zu Schall und Erschütterungen sowie an der Umweltverträglichkeitsstudie, erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Hamburger Senat. „Die Planung der S4 macht gute Fortschritte. Ziel ist es, bis Ende des Jahres die Planfeststellungsunterlagen für einen ersten Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt zu haben“, sagt Buschhüter.

Die Baugrunderkundungen sind Teil der Entwurfs- und Genehmigungsplanung zum Bau der S4, mit der im Frühjahr 2014 durch die beauftragte DB ProjektBau begonnen wurde. Zuvor war Ende 2013 die Vorplanung fertiggestellt worden. „Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung dient dazu, die Antragsunterlagen für das anschließende Planfeststellungsverfahren zu erarbeiten und die Länder und den Bund in die Lage zu versetzen, eine Entscheidung zu treffen, ob die S4 tatsächlich gebaut wird“, sagt Buschhüter. Für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung sind 32 Mio. Euro veranschlagt, an denen sich die Europäische Union mit 14,6 Mio. Euro beteiligt, den Rest teilen sich Hamburg und Schleswig-Holstein. Bis Ende des Jahres 2015 sollen gemäß dem Förderbescheid der Europäischen Union die Planfeststellungsunterlagen für einen ersten Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt sein. Ab der zweiten Jahreshälfte 2015 sind vor Beginn der Einleitung der Planfeststellungsverfahren für jeden Planungsabschnitt Informationsveranstaltungen geplant. In den Jahren 2016 bis 2018 soll dann das Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden, an dessen Ende quasi die Baugenehmigung für das Vorhaben steht. Danach könnten dann die Bauarbeiten für die S4 beginnen.

„Die S4 wird für den Bezirk Wandsbek und den Kreis Stormarn von großem Nutzen sein“, ist sich Buschhüter sicher und ergänzt: „Nur mit einer S-Bahn auf eigenen Gleisen kann in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt angeboten werden, mit zusätzlichen Haltestellen und umsteigefreien Verbindungen über den Hauptbahnhof hinaus bis Altona. Außerdem reduziert sich durch die eigenen Gleise die Abhängigkeit vom Güter- und Fernverkehr. Und schließlich lassen sich mit dem Takt der S4 auch die Anschlüsse zwischen Bahn und Bus viel besser koordinieren. Die Verkehrsanbindung des größten Hamburger Stadtteils Rahlstedts wird sich durch die S 4 erheblich verbessern, daneben profitiert die ganze Stadt von der S4, weil durch den Wegfall der RB81-Züge im Hauptbahnhof Platz geschaffen wird für andere Verbindungen. Bessere Lärmschutzanlagen als bisher werden zudem den Anwohnern zugute kommen.“

Die S4 heißt konkret: Im Bahnhof Hasselbrook werden aus der vorhandenen S-Bahn-Strecke (S1/S11) zwei S-Bahn-Gleise ausgefädelt, die bis Ahrensburg parallel zur vorhandenen Bahnstrecke verlaufen. Zwischen Ahrensburg und Bargteheide geht es dann mit einem separaten S-Bahn-Gleis weiter, von dort bis Bad Oldesloe soll die S4 auf der Fernbahnstrecke fahren. Die S4 würde dann zwischen Altona und Bad Oldesloe verkehren. So ergeben sich direkte Verbindungen zwischen Rahlstedt und zum Beispiel Jungfernstieg oder Landungsbrücken, der Umsteigezwang im Hauptbahnhof entfällt. Bis Ahrensburg soll es einen 10-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit geben, sonst 20-Minuten-Takt, also deutlich mehr Fahrten als bisher – und passend zu den vielen Buslinien. Zusätzliche Haltestellen (in Hamburg: Claudiusstraße, Bovestraße (statt Wandsbek), Holstenhofweg und Pulverhof) sollen das Einzugsgebiet der S 4 noch besser erschließen. Die Fahrzeit wird trotz der zusätzlichen Haltestellen nur unwesentlich länger, im Falle von Umsteigeverbindungen häufig sogar kürzer: 22 Minuten soll die Fahrt von Rahlstedt zum Jungfernstieg mit der S 4 (umsteigefrei) dauern. Derzeit braucht man für die Strecke (mit Umsteigen) rund 24 Minuten.


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