Das Projekt S4, der Bau der neuen S-Bahn-Linie von Hamburg nach Bad Oldesloe, macht gute Fortschritte. Noch vor den Hamburger Sommerferien sollen die Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt 1 (Hasselbrook – Luetkensallee) öffentlich ausgelegt werden. Unterdessen scheiterten S4-Gegner mit dem Versuch, das Projekt aufzuhalten. Das Oberverwaltungsgericht entschied, dass Baugrunduntersuchungen zu dulden sind, und wies die Klage einer Anliegerin ab.

„Ein so umfangreiches Projekt wie der Bau einer neuen S-Bahn-Linie erfordert eine solide Planung. Die bevorstehende öffentliche Auslegung der S4-Pläne für den ersten Abschnitt ist daher ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Projekts S4. Ich freue mich, dass das Projekt S4 so gut vorankommt. Für die weitere Entwicklung der Hamburger Stadtteile und Stormarner Städte und Gemeinden entlang der Bahnstrecke nach Bad Oldesloe ist die S4 von großer Bedeutung“, sagt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, der sich seit vielen Jahren für den Bau einer S-Bahn-Linie nach Rahlstedt einsetzt.

S4-Baugenehmigungsverfahren kommt voran: Öffentliche Auslegung der Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt 1 steht bevor

Am 16. Mai 2017 hat das S4-Projektteam 14 Ordner mit den Unterlagen für den Planfeststellungsabschnitt 1 (Hasselbrook – Luetkensallee) bei der Anhörungsbehörde (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation – BWVI) abgegeben. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass noch vor den Hamburger Sommerferien die öffentliche Auslegung der Planfeststellungsunterlagen stattfinden kann.

Die Planfeststellungsunterlagen werden sowohl in den Bezirksämtern vier Wochen lang ausliegen (Auslegungsfrist) als auch im Internet für jedermann veröffentlicht. Bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist kann jede Person, deren Belange durch das Vorhaben berührt wird, Einwendungen gegen den Plan erheben.

Die Planfeststellung ist ein in bestimmten Fällen durchzuführendes besonderes Verwaltungsverfahren über die Zulässigkeit von raumbedeutsamen Vorhaben und Infrastrukturmaßnahmen. Der abschließend erlassene Planfeststellungsbeschluss ist die Genehmigung für den Bau der S4. Mehr zum Thema Planfeststellung: https://de.wikipedia.org/wiki/Planfeststellung.

Zur Vorbereitung dieses Baugenehmigungsverfahrens hat das S4-Projektteam in den letzten Wochen Gespräche mit rund 50 Grundeigentümern im Abschnitt Hasselbrook – Luetkensallee zur bauzeitlichen oder dauerhaften Nutzung von Flächen geführt. Mit diesem intensiven Dialog mit Betroffenen wurde das Dialogangebot weiter ausgebaut. Neben den bereits etablierten Formaten der Bürgersprechstunden sowie der Infoveranstaltungen auf Wochenmärkten und Bahnhöfen setzt die Bahn auch auf persönliche Anwohnergespräche und somit auf absolute Transparenz. Weitere Informationen dazu: https://www.s-bahn-4.de/de/news/positives-fazit-nach-intensivem-dialog-mit-betroffenen.html

Über den offiziellen Start der öffentlichen Auslegung und die einzuhaltenden Fristen wird nicht nur förmlich im Amtlichen Anzeiger (http://www.luewu.de/anzeiger/) informiert, sondern auch direkt vom S4-Projektteam. Interessenten abonnieren am besten den S4-Newsletter der Deutschen Bahn, um stets auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Auch kann man sich über die E-Mail-Adresse S4@deutschebahn.de gerne mit Fragen und Anmerkungen an das S4-Projektteam der Deutschen Bahn wenden.

S4-Gegner scheitern vor Gericht: Anlieger müssen Baugrunduntersuchungen dulden

Im Rahmen der S4-Planung sind umfangreiche Untersuchungen im Umfeld der Trasse erforderlich und bereits seit Anfang 2015 im Gange. Hierzu zählen Begehungen, Besichtigungen und vor allem Baugrunduntersuchungen, um eine fundierte Planung zu erstellen. Dazu müssen die beauftragten Planer auch auf die Grundstücke von privaten Eigentümern.

Auf einem Privatgrundstück einer Anliegerin wurde das Betreten des Grundstücks für die erforderlichen Baugrunduntersuchungen durch die Eigentümerin untersagt. Das Eisenbahn-Bundesamt als zuständige Behörde erteilte eine Duldungsanordnung, wogegen die Anliegerin klagte. Am 25. April 2017 endete das Gerichtsverfahren mit der mündlichen Verhandlung: Die Klage wurde abgewiesen.

Die beigeladene DB Netz AG konnte dem Gericht mit den vorgetragenen Erläuterungen und Erklärungen zum S4-Projekt glaubhaft darstellen, dass die Befürchtungen der Klägerin haltlos sind. Die Planung der Maßnahme ist weder eine Vorwegnahme für das Planfeststellungsverfahren noch dient es dazu, eventuelle Risiken zur Kampfmittelbeseitigung zu verschleiern oder gar Gefahren für die Anwohner zu verursachen. Die gesetzlichen Vorgaben für Bohr- oder Sondierungsarbeiten werden eingehalten und die Eingriffe in Fremdeigentum so gering wie möglich gehalten.

Quelle und weitere Informationen: https://www.s-bahn-4.de/de/news/s-4-ost-hamburg-bad-oldesloe-entscheidung-des-hamburgischen-oberverwaltungsgerichtes-vom-25-04-2017.html

Mehr Informationen zum Projekt S4 gewünscht?

Um die Stadtteile im Osten der Stadt und das nordöstliche Umland besser anzubindenden, soll die S4 gebaut werden – für zuverlässigere Verbindungen, weniger Umstiege und mehr Komfort. Auch der Hamburger Hauptbahnhof als bisheriges „Nadelöhr“ wird so entlastet und der S-Bahnverkehr in die Innenstadt noch weiter verstärkt. Das Projekt S4 beinhaltet den Bau einer zweigleisigen S-Bahn-Strecke von Hasselbrook bis Ahrensburg und den Bau einer eingleisigen S-Bahn-Strecke von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Zwischen Hamburg-Altona und Hasselbrook soll sie die bereits vorhandenen S-Bahn-Gleise (S1/S11) mitnutzen, zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bad Oldesloe die vorhandenen Fernbahngleise. Die S4 soll dann zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt fahren, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im Stundentakt. Für die S4 sollen zudem zusätzliche Haltestellen errichtet werden. Die RB81 würde durch die S4 ersetzt werden. Ein Baubeginn ist nach derzeitigem Stand im Jahre 2020 vorgesehen. Die frühestmögliche Inbetriebnahme für die Gesamtstrecke wird momentan für das Jahr 2027 angesetzt, ab/bis Rahlstedt könnte es bereits im Jahre 2024 losgehen.

Die Deutsche Bahn stellt auf ihrer neuen Website www.s-bahn-4.de umfangreiche Informationen zum Projekt S4 zur Verfügung. Besonders interessant ist der S4-Blog: Schauen Sie gerne hinter die Kulissen und mögen Sie spannende Berichte von „Mensch zu Mensch“? Dann treten Sie mit den Projektverantwortlichen der Deutschen Bahn in den Dialog. Sie bloggen in unregelmäßigen Abständen über aktuelle Themen rund um das Projekt. Schauen Sie den Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit gerne über die Schulter und stellen Sie Fragen zu den Berichten: https://www.s-bahn-4.de/de/news-service/blog.html

Tipp: In einem Film wird das Projekt S4 und sein Nutzen für Hamburg und Schleswig-Holstein in 100 Sekunden anschaulich erklärt. Anklicken und anschauen!

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