Die heute von Senator Horch vorgestellte vertiefte Kosten- und Risikoanalyse der Bahn geht von Realisierungskosten für das Projekt S4 in Höhe von rund einer Milliarde Euro aus. “Es ist klug, sämtliche Risiken zu bewerten und als Kosten zu kalkulieren. Mit der Ausarbeitung der detaillierten Planung können nun auch die Kosten konkreter geschätzt werden. Ein nicht unwesentlicher Anteil der zusätzlichen Kosten beruht darauf, dass der Bahnbetrieb während der gesamten Bauphase aufrechterhalten wird. Zudem berücksichtigt die vertiefte Kosten- und Risikoanalyse auch höhere Aufwendungen für den Lärmschutz, dessen Anforderungen durch den Wegfall des so genannten Schienenbonus weiter gestiegen sind,” so Ole Thorben Buschhüter, Abgeordneter der SPD-Bürgerschaftsfraktion und Vorsitzender des Verkehrsausschusses. “Trotz der neuen Kostenermittlung bleibe ich gelassen: Das Projekt S4 ist von so herausragender Bedeutung für den Norden, dass es nicht an den Kosten scheitern wird. Die finale Entscheidung über die Realisierung des Projekts steht allerdings noch aus. Sie wird erst erfolgen, wenn den beteiligten Parlamenten eine detaillierte Kostenberechnung auf Grundlage der abgeschlossenen Planung vorliegt.”

Die S4 werde für den Bezirk Wandsbek und den Kreis Stormarn von großem Nutzen sein, ist sich Buschhüter sicher und ergänzt: “Nur mit einer S-Bahn auf eigenen Gleisen kann in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt angeboten werden, mit zusätzlichen Haltestellen und umsteigefreien Verbindungen über den Hauptbahnhof hinaus bis Altona. So ergeben sich direkte Verbindungen zwischen Rahlstedt und zum Beispiel Jungfernstieg oder Landungsbrücken, der Umsteigezwang im Hauptbahnhof entfällt. Bis Ahrensburg soll es einen 10-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit geben, ansonsten einen 20-Minuten-Takt, also deutlich mehr Fahrten als bisher. Zusätzliche Haltestellen schließen noch mehr Menschen an das Schnellbahnnetz an. In Hamburg sind das die Stationen Claudiusstraße, Bovestraße (statt Wandsbek), Holstenhofweg und Pulverhof. Die Fahrzeit wird trotz der zusätzlichen Haltestellen nur unwesentlich länger, im Falle von Umsteigeverbindungen häufig sogar kürzer. Darüber hinaus entlastet die S4 den Hamburger Hauptbahnhof und sorgt für neue Kapazitäten auf den Bestandsgleisen für den Fern- und Güterverkehr.”

Hintergrund:
Das Projekt S4 ist wesentlicher Bestandteil des groß angelegten Plans des rot-grünen Senats zum Ausbau des Schnellbahnnetzes in Hamburg. Mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung zum Bau der S4 wurde im Frühjahr 2014 durch die beauftragte DB ProjektBau begonnen. Zuvor war Ende 2013 die Vorplanung fertiggestellt worden. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung dient dazu, die Antragsunterlagen für das anschließende Planfeststellungsverfahren zu erarbeiten und die Länder und den Bund in die Lage zu versetzen, eine Entscheidung zu treffen, ob die S4 tatsächlich gebaut wird.


Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation vom 22. Juli 2015, “Planungen für S 4 Ost:
DB Netz AG rechnet mit Kosten von einer Milliarde Euro”: http://www.hamburg.de/bwvi/medien/nofl/4557980/2015-07-22-bwvi-s4/


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