Wo sich bis 1995 noch ein Truppenübungsplatz der Bundeswehr befand, erstreckt sich seit 1997 auf schleswig-holsteinischer sowie seit 1998 auch auf hamburgischer Seite das insgesamt 556 Hektar große länderübergreifende Naturschutzgebiet Höltigbaum. Das Besondere dieses Gebietes ist die halboffene Weidelandschaft, die hier gepflegt und seit dem Jahre 2000 entsprechend beweidet wird. Im September 2008 eröffnete das „Haus der Wilden Weiden“ als Informationszentrum in dieser ganz besonderen Naturlandschaft. Inzwischen in der Trägerschaft der Stiftung „Natur im Norden“, suche ich als Rahlstedter Wahlkreisabgeordneter und Mitglied im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft regelmäßig das Gespräch mit der Leitung des Hauses. Vor kurzem ergab sich erneut die Gelegenheit zum Gespräch mit Jan Hellwig, der seit drei Jahren die Geschicke des Hauses leitet.

Ganz aktuell arbeitet die Stadt Hamburg an der Ausarbeitung des gesetzlich vorgesehenen Pflege- und Entwicklungsplans (PEP) für die Naturschutzgebiete Höltigbaum und das direkt angrenzende Stellmoorer Tunneltal. Im Gespräch mit Herrn Hellwig wurde deutlich, dass die Erarbeitung in enger Zusammenarbeit mit den Praktikern vor Ort geschieht, die durch ihre Erfahrungen in der Pflege und Bewirtschaftung der unter Naturschutz stehenden Flächen wertvolle Impulse für den PEP geben konnten.

Ziel von Pflege- und Entwicklungsplänen ist es, durch geeignete Maßnahmen den Zustand der Gebiete zu erhalten und zu verbessern. Dafür ist es notwendig, detailliert Ziele und Einzelmaßnahmen für jedes Gebiet individuell festzulegen. Pflege- und Entwicklungspläne werden mit einer zeitlichen Befristung aufgestellt, damit in regelmäßigen Abständen überprüft werden kann, ob die festgelegten Maßnahmen sinnvoll zum Erhalt von Flora und Fauna in den jeweiligen Gebieten beitragen, oder ob andere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Ein weiterer Punkt war die Erreichbarkeit des Naturschutzgebietes für Besucherinnen und Besucher. Inzwischen weisen einige Hinweisschilder den Weg zum Haus der Wilden Weiden, so dass sich auch ortsfremde Naturfreunde schnell zurecht finden können.

Ich kann nur jedem einen Besuch empfehlen – zu jeder Jahreszeit eröffnet die halboffene Weidelandschaft tolle Einblicke in die Natur. Mehr Informationen über das Naturschutzgebiet und über das Haus der Wilden Weiden findet man auf der Homepage http://www.hoeltigbaum.de/startseite/.

Im Osten Hamburgs, im Stadtteil Rahlstedt, befinden sich die beiden unmittelbar benachbarten Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal. Jenseits der Landesgrenze finden sie ihre Fortsetzung in den schleswig-holsteinischen Naturschutzgebieten Höltigbaum und Ahrensburger Tunneltal. Insgesamt steht hier eine zusammenhängende Fläche von 1.099 Hektar unter Naturschutz, davon 479 Hektar in Hamburg und 620 Hektar in Schleswig-Holstein. Alle vier Naturschutzgebiete sind außerdem NATURA 2000-Gebiete gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.