Die Freiwillige Feuerwehr (FF) Rahlstedt und die Rettungswache Rahlstedt sollen an ihrem bisherigen Standort in der Brockdorffstraße 22 einen Neubau bestehend aus zwei Gebäuden erhalten. Dies ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die jetzt vorliegt. Dies erfuhren die Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ekkehard Wysocki und Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat.

„Das Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften der Feuerwehr und darf nur noch eingeschränkt genutzt werden. Damit dies kein Dauerzustand wird, sollen ein neues Feuerwehr-Gerätehaus und eine neue Rettungswache gebaut werden, die allen heutigen technischen Vorschriften entsprechen“, so Ekkehard Wysocki, der auch Vorsitzender des Innenausschusses der Bürgerschaft ist.

Das Titelbild zeigt eine Visualisierung des geplanten Neubaus im Rahmen der Machbarkeitsstudie. Die Rettungswache soll in der ersten Reihe entstehen, das Feuerwehrhaus in zweiter Reihe dahinter. Im Rahmen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sind noch Änderungen zu erwarten. (Quelle: Bürgerschafts-Drucksache 21/17623)

Wann kann mit dem Bau begonnen werden?

Wie schnell mit dem Neubau begonnen wird, hängt vor allem davon ab, ob und wie bald eine Baugenehmigung dafür erteilt werden kann. Die Feuerwehr hat dafür Ende Juni der Bauprüfabteilung Wandsbek die geplante Baumaßnahme vorgestellt und ihr mögliche Problemstellungen erläutert, heißt es in der Senatsantwort. Problematisch ist, dass sich der Baukörper außerhalb des im Bebauungsplan Rahlstedt 91 vorgesehenen Baufeldes befindet.

Daher wird die Genehmigungsfähigkeit nun im nächsten Schritt durch eine Bauvoranfrage geprüft. “Wenn das Bauvorhaben nicht auf der Grundlage des geltenden Bebauungsplans genehmigt werden kann, indem eine Befreiung erteilt wird, käme alternativ gegebenenfalls ein neuer (vorhabenbezogener) Bebauungsplan in Frage, auf dessen Grundlage dann anschließend die Baugenehmigung erteilt werden könnte. Letzteres würde aber leider entsprechend länger dauern”, sagt Ole Thorben Buschhüter. Von dieser Weichenstellung hängen die weiteren Verfahrensschritte ab. Ein konkreter zeitlicher Ablauf für das Projekt kann daher zurzeit noch nicht dargestellt werden, so der Senat in seiner Antwort. Bei vorliegendem positivem Bauvorbescheid soll im Anschluss mit der Entwurfsplanung, mit dem Ziel Baugenehmigung, begonnen werden.

Wie sieht die aktuelle Planung aus?

Die vorliegende Planung für die Rettungswache Rahlstedt beinhaltet 3 Stellplätze für Rettungswagen (zzgl. ein Reservestellplatz) sowie die notwendigen Verwaltungs-, Sozial- und Lagerräume. Das ist ein Stellplatz mehr als in der alten Rettungswache.

Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr ist mit 2 Stellplätzen für 2 Großfahrzeuge sowie den für den Betrieb einer Freiwilligen Feuerwehr erforderlichen Räumen ausgelegt. Die Planungen für die Gebäude entsprechen dem Stand der Technik nach DIN 14092 und DIN 13049, sind aber noch nicht abgeschlossen. Insbesondere steht noch eine Abstimmung der Planung mit der FF Rahlstedt aus. In die weitere Planung fließen daher auch noch ihre besonderen Bedarfe ein.

Der geplante Neubau aus der Vogelperspektive. (Quelle: Bürgerschafts-Drucksache 21/17623)

Zu berücksichtigen sind außerdem noch die Vorgaben der Gesetzlichen Unfallversicherung für “Sicherheitsgerechtes Planen, Gestalten und Betreiben” von Feuerwehrhäusern (DGUV Info 205-008) und das Musterraumprogramm der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg. Dieses befindet sich zurzeit in Überarbeitung, um es den aktuellen Vorschriften, technischen Entwicklungen und den Erfahrungen aus vorangegangenen Neubauten anzupassen. Der Neubau am Standort Brockdorffstraße 22 werden damit den allerneuesten technischen Standards entsprechen.

Beide Gebäude werden über eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung verfügen und gendergerecht ausgeführt sein. Was ist Schwarz-Weiß-Trennung und wofür ist sie gut? Mehr darüber finden Sie in einem Artikel im Feuerwehrmagazin: https://www.feuerwehrmagazin.de/wissen/schwarz-weiss-trennung-in-feuerwehrhaeusern-53538

Der Nachbarschaft soll die Planung für die Neugestaltung des Feuerwehrstandortes noch im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Sanierungsprogramm für Hamburger Feuerwehrhäuser

Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg tragen einen erheblichen Anteil zur Sicherheit in unserer Stadt bei. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei der Brandbekämpfung, der Rettungsdienst im Bereich der Erstversorgung, die Wasserrettung und die technische Hilfeleistung. Viele Feuerwehrhäuser hamburgweit entsprechen nicht mehr den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften. Nach dem Regierungswechsel 2011 wurde daher ein Sanierungs- und Neubauprogramm für die Häuser der Freiwilligen Feuerwehren aufgelegt. Mit dem Beschluss über den Haushaltsplan für die Jahre 2019 und 2020 wurden auf Initiative der rot-grünen Rathauskoalition weitere 5 Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 bereitgestellt, um eben diese Sanierungsoffensive auf hohem Niveau fortsetzen zu können.

Im Stadtteil Rahlstedt gibt es die vier Freiwilligen Feuerwehren Meiendorf, Oldenfelde, Oldenfelde-Siedlung und Rahlstedt. „Sie sind aus dem sozialen Gefüge unseres Stadtteils nicht wegzudenken, daher benötigen sie auch ein modernes und sicheres Arbeitsumfeld. Die Hamburgische Bürgerschaft unterstützt deshalb das Sanierungs- und Neubauprogramm für die Häuser der Freiwilligen Feuerwehren mit zusätzlichen Mitteln in Millionenhöhe. Nach der FF Oldenfelde-Siedlung wird als nächste nun die FF Rahlstedt ein modernes Feuerwehrhaus erhalten – diesmal in Kombination mit einer Rettungswache der Berufsfeuerwehr. Eine gute Entscheidung für die Sicherheit in Rahlstedt“, sagen Wysocki und Buschhüter.

Warum muss überhaupt neu gebaut werden?

Am Standort Brockdorffstraße 22 befinden sich bislang unter einem gemeinsamen Dach das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Rahlstedt und die Rettungswache Rahlstedt. Die Räumlichkeiten der FF entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein funktionsgerechtes Feuerwehrhaus. Zudem können Standardfahrzeuge der neuen Generation in den Remisen nicht untergebracht werden. Ähnliches gilt für die Räumlichkeiten der Rettungswache Rahlstedt. Eine Analyse der baulichen Gegebenheiten der Feuerwehrhäuser der Freiwilligen Feuerwehren durch eine mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehren, der strategischen Gebäudeplanung der Feuerwehr und der Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse (HFUK) besetzten Arbeitsgruppe hatte ergeben, dass unter anderem das Feuerwehrhaus der FF Rahlstedt nicht den Unfallverhütungsvorschriften entspricht.

Weitere Informationen

Schriftliche Kleine Anfrage “Freiwillige Feuerwehr Rahlstedt (II)” und Antwort des Senats vom 2. Juli 2019 (Drucksache 21/17623): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/67217/freiwillige_feuerwehr_rahlstedt_ii.pdf

Schriftliche Kleine Anfrage “Freiwillige Feuerwehr Rahlstedt” und Antwort des Senats vom 8. August 2017 (Drucksache 21/9976): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/58799/freiwillige_feuerwehr_rahlstedt.pdf