Am 5. Oktober beginnen die Bauarbeiten zur Sanierung der Rahlstedter Straße in dem etwa 530 Meter langen Abschnitt von Hausnummer 117 (hinter ARAL-Tankstelle) bis Hausnummer 159 (AMTV-Zentrum). In diesem Zusammenhang erhält die Hauptverkehrsstraße eine neue Fahrbahndecke und es werden dort in beiden Richtungen größtenteils Radfahrstreifen eingerichtet. „Schritt für Schritt sanieren wir die städtische Infrastruktur. Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, in dieser Legislaturperiode mindestens 500 km Fahrbahn in Ordnung zu bringen. Unsere Erhaltungsstrategie für Hamburgs Straßen wird also auf hohem Niveau fortgesetzt“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Im Erläuterungsbericht des zuständigen Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) heißt es zur Begründung der Baumaßnahme: „Die vorhandene Fahrbahn im hier betrachteten Abschnitt befindet sich in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Teils klaffende Risse, deutliche Unebenheiten, aufgehende Längsnähte und durch Ausgrabungen zergliederte Oberflächen prägen das Straßenbild.“ Die Asphaltflächen sollen deshalb saniert werden. Zwischenzeitlich wurde die Planung noch überarbeitet. Im Gegensatz zum ersten Planungsentwurf von Anfang des Jahres haben sich verschiedene Änderungen ergeben.

Die beiden Bushaltestellen „Wilhelm-Grimm-Straße“ werden erneuert und als Haltestellen am Fahrbahnrand neu errichtet. Sie werden dem aktuellen Stand der Technik in Sachen Barrierefreiheit entsprechen und zukunftsorientiert für den Einsatz von 25-Meter-Bussen dimensioniert sein. Anders als zunächst geplant, werden die Bushaltestellen am Fahrbahnrand allerdings so angelegt, dass neben den haltenden Busse jeweils eine Restfahrbahnbreite von 3 Metern verbleibt, die ein Vorbeifahren problemlos ermöglicht. Aus Platzgründen muss dafür allerdings die stadteinwärts gelegene Bushaltestelle hinter die Einmündung der Wilhelm-Grimm-Straße verlegt werden.

Der Radverkehr wird weitestgehend auf separate Radfahrstreifen auf der Fahrbahn verlegt. Hierfür wird die Fahrbahn entsprechend verbreitert. Anders als im ersten Planungsentwurf vorgesehen, wird der Radfahrstreifen stadteinwärts allerdings bereits vor der Einmündung der Wilhelm-Grimm-Straße beginnen, und nicht erst vor der Einmündung der Rahlstedter Bahnhofstraße. So wird vermieden, dass der Radverkehr durch den Haltestellenbereich geführt werden muss, was wegen zu erwartender Konflikte zwischen Radfahrern einerseits und ein- und aussteigenden und wartenden Fahrgästen andererseits von der Polizei und Behindertenverbänden kritisiert wurde. Die Variante, den Radweg vor der Haltestelle auf die Fahrbahn abzuleiten und hinter der Haltestelle wieder auf den separaten Radweg aufzuleiten, wurde mit Blick auf eine möglichst einheitliche Radverkehrsführung verworfen. Der so bereits vor der Einmündung der Wilhelm-Grimm-Straße stadteinwärts beginnende Radfahrstreifen hat allerdings den Nachteil, dass zwischen Wilhelm-Grimm-Straße und Rahlstedter Bahnhofstraße fünf Bäume gefällt werden müssen. Dies ist im Rahmen der aktuell laufenden bauvorbereitenden Maßnahmen bereits am 15. August erfolgt.

Durch die erforderliche Neuordnung der Nebenflächen im Abschnitt zwischen Wilhelm-Grimm-Straße und Rahlstedter Bahnhofstraße werden hier zukünftig sieben statt bislang nur fünf Kfz-Stellplätze eingerichtet. Die Parkstände vor Hausnummer 112 (Kinderhaus Rahlstedt) bleiben erhalten, werden für den Radfahrstreifen nur etwas in die Nebenfläche „geschoben“. Als Ersatz für die bereits gefällten fünf Bäume werden insgesamt sechs Bäume neu gepflanzt. Vier in dem Bereich, wo die fünf gefällten Bäume standen, der fünfte in der Nähe der Einmündung Wilhelm-Grimm-Straße und der sechste auf der anderen Straßenseite vor Hausnummer 112a, vor dem dortigen Parkstreifen.

Im Bereich zwischen AMTV-Zentrum und Wilhelm-Grimm-Straße (stadteinwärts) bleibt der vorhandene Radweg erhalten, wird aber mit einer neuen Oberflächenbefestigung ausgestattet, um Unebenheiten und Schäden zu beseitigen. Auf diese Weise können die dortigen Bäume alle stehen bleiben. Der Radweg wird so allerdings auch zukünftig keine regelkonforme Breite haben, was kritisiert wurde. Verbesserungen ergeben sich hier für die Radfahrer nur durch die Instandsetzung des Radwegs. In der Abwägung der Interessen wurde hier dem Erhalt der Bäume der Vorzug gegeben. Für den Radverkehr werden an der östlichen Bushaltestelle sechs neue Fahrradanlehnbügel geschaffen, an der westlichen Bushaltestelle vier. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen voraussichtlich 1,7 Millionen Euro.

Der Abschluss der Bauarbeiten wird für Mitte Mai 2016 angestrebt. Während der Bauzeit wird die Rahlstedter Straße zwischen Wesenbergallee und Rahlstedter Bahnhofstraße als Einbahnstraße eingerichtet. Die Umleitung für den Richtung Nordosten/stadtauswärts fahrenden Verkehr wird über die Stein-Hardenberg-Straße, Bargteheider Straße, Oldenfelder Stieg und Höltigbaum geführt. An mehreren Tagen im Mai 2016 (voraussichtlich vom 5. bis 8. Mai 2016) ist eine Vollsperrung der Straße erforderlich. Vor Baubeginn werden die Anlieger noch vom LSBG über den Bauablauf und die damit verbundenen Einschränkungen informiert.

Der Erläuterungsbericht und die Lagepläne wurden als Drucksache 20-1464 im Ratsinformationssystem der Bezirksversammlung Wandsbek veröffentlicht. Die Unterlagen können unter https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/allris.net.asp (–> Textrecherche, dann nach Nummer der Drucksache suchen lassen) aufgerufen werden.

Mit dem zweiten großen Straßenbauprojekt in Rahlstedt, die Sanierung der Scharbeutzer Straße zwischen Bargteheider Straße und Rahlstedter Weg, soll dann nach Fertigstellung der Rahlstedter Straße im Mai 2016 begonnen werden.


Nachtrag vom 25. September 2015:

Wegen aktuell dringender Leitungsarbeiten verschiebt sich der Baubeginn für die eigentlichen Straßenbauarbeiten um zwei Wochen auf den 19. Oktober 2015. Weitere Informationen hier:

https://www.buschhueter.de/bauarbeiten-in-der-rahlstedter-strasse-schon-in-vollem-gange/